Kirchliche Gebäude

Kirchliche Gebäude Räume für den Glauben

Kirchliche Gebäude sind bewusste Zeichen für die Präsenz des Glaubens in der Gesellschaft. Gleichzeitig sind sie ein „Stück Heimat“ und Identifikationsorte – auch für Menschen, die der Kirche fernstehen. Mit dem gesellschaftlichen und demografischen Wandel ändert sich indes der Bedarf an Gebäuden, die die Kirche für die Feier des Glaubens, für die Seelsorge, für Bildung und caritative Arbeit bereithält. Die Kirchengemeinden im Erzbistum Paderborn gehen verschiedene, mitunter überraschende Wege, um diesen Wandel zu gestalten. Das Erzbistum fördert diese Wege mit dem Ziel, die für die kirchliche Arbeit notwendigen Immobilien langfristig zu sichern und seiner Verantwortung als Kulturträger gerecht zu werden.

Heilig-Geist-Kirche, Iserlohn

Das Prinzip „offene Kirche“

Die Olper Heilig-Geist-Kirche an der Grenze zum Stadtteil Rüblinghausen wurde in den 1960er-Jahren errichtet. Das zusammenhängende Gebäude schloss den großen Kirchenraum, eine Kapelle für die Werktagsgottesdienste und das Pfarrhaus ein. Bauschäden, hohe Energiekosten und gewandelte Anforderungen stellten vor einigen Jahren die Frage nach der Zukunft des Gebäudes. Die Antwort war ein Konzept für den Umbau zu einer „offenen Kirche“, die das Angebot der anderen kirchlichen Räume im Pastoralverbund Olpe sinnvoll vervollständigt und ergänzt.

Der 2015 fertiggestellte Neubau setzt dieses Konzept konsequent um. Er nutzt die Bausubstanz und den Grundriss der ursprünglichen Kirche und wahrt ihren Wiedererkennungswert.

Aus der Kirche als Zelt Gottes ist allerdings eine offene Kirche geworden, die sich bewusst der Welt öffnet. Die Kapelle wurde abgerissen. Der so entstandene freie Platz mit dem jetzt frei stehenden Turm zwischen Kirche und Pfarrhaus erlaubt den Durchblick in die Landschaft und wird zudem für Aktivitäten der Gemeinde genutzt. Die Offenheit setzt sich im großzügigen Foyer fort, dessen Glaswände eine Verbindung von innen und außen schaffen: Sie bieten einen freien Blick über das Tal der Bigge auf der einen und in den Kirchenraum auf der anderen Seite. Der Kirchenraum selbst wurde um ein Drittel verkleinert. Hier befindet sich eine „Insel“ aus Eichenholz mit 150 Plätzen, die an drei Seiten den Altar umschließen. Über das Foyer gelangt man zum Pfarrsaal und zu weiteren Versammlungsräumen unter dem Kirchenraum.

Ein Modellprojekt macht Schule

Mit dem Umbau von Heilig Geist ist Zukunftsweisendes gelungen: einen Kirchenbau zu bewahren und ihn gleichzeitig an die pastoralen Erfordernisse anzupassen sowie den Bestand an Gebäuden zu reduzieren. Das in Olpe angewandte Prinzip hat Vorläufer. Ein Modellprojekt ist die Heilig-Geist-Kirche in Iserlohn.

Die dortige Kirchengemeinde nutzte 2008 die anstehende Renovierung ihrer 1940 geweihten Kirche für einen revolutionären Umbau: Kirchenraum und Pfarrheim wurden unter einem Dach vereint. Mehr als ein Drittel der Grundfläche des Gebäudes nimmt nun das Pfarrheim ein. Eine Glaswand gibt den Blick in den neu gestalteten Kirchenraum frei.

Diese Trennwand ist beweglich und ermöglicht eine flexible Gestaltung des Kirchenraums, der bis zu seiner ursprünglichen Größe erweitert werden kann.

Auf ähnliche Weise wurde die Heilig-Kreuz-Kirche in Horn-Bad Meinberg zu einem kirchlichen Begegnungszentrum mit integriertem „Gemeindehaus“ umgestaltet. Auch hier wurde das Kirchenschiff geteilt. Und auch hier schließen sich an den verkleinerten Gottesdienstraum, der großzügig erweitert werden kann, hinter einer mobilen Glaswand der Versammlungs- und ein Gruppenraum an. Außen führt ein gläserner Verbindungsgang zu weiteren Nebenräumen, ohne die Nutzung der Kirche zu beeinträchtigen oder in die Bausubstanz und das architektonische Erscheinungsbild einzugreifen.

Kreuz in der Heilig-Geist-Kirche, Iserlohn

Räume für neue Nutzung

Die Kirche bleibt auf diese Weise ein Gotteshaus, der Kirchenraum allein der Liturgie und dem Gebet vorbehalten. Aber das Gebäude übernimmt jetzt weitere Aufgaben, für die bislang eigene Immobilien benötigt wurden. Auf diese kann die Gemeinde nun verzichten. Die Umbaumaßnahmen in Olpe, Iserlohn und Horn-Bad Meinberg stehen für viele andere Beispiele, in denen Kirchengemeinden ihren Gebäudebestand reduzieren und Aufgaben konzentrieren. Aus einem Pfarrhaus wird etwa ein Pfarrheim, ein pastoraler Standort wird gestärkt und macht dafür bestehende Gebäude frei für andere Aufgaben. So sind 37 ehemalige Pfarrhäuser im Erzbistum zum Ende des Jahres 2016 zu Wohnungen für Flüchtlinge umgebaut worden oder werden derzeit dafür hergerichtet. Für die notwendigen Bau- und Renovierungsarbeiten hat das Erzbistum bislang rund 570.000 Euro bereitgestellt. Mit derartigen Konzepten tragen die Kirchengemeinden der gesellschaftlichen Wirklichkeit Rechnung und schaffen langfristig Entlastung bei den hohen laufenden Aufwendungen für den Unterhalt von Gebäuden.

Der immense Bedarf an Finanzmitteln für den Betrieb und den Erhalt kirchlicher Immobilien stellt die Kirchengemeinden als Träger von Kirchengebäuden, Pfarrheimen und Pfarrhäusern vor große Herausforderungen. Das Erzbistum Paderborn hat dafür eine Baurücklage in Höhe von derzeit 413 Millionen Euro gebildet, um den Erhalt von Kirchen und anderen Gebäuden sicherzustellen, die der kirchlichen Arbeit in den Gemeinden dienen. Die Summe scheint auf den ersten Blick riesig. Aber der Schein trügt. Das zeigt ein Blick auf die benötigten Aufwendungen im Detail.

Heilig-Geist-Kirche, Olpe

Eine Dachsanierung kostet 250.000 Euro

Allein ein Kirchengebäude von durchschnittlicher Größe verursacht jährliche Betriebskosten in Höhe von 17.500 Euro. Hinzu kommen umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen, die in einem Zyklus von 20 bis 40 Jahren anfallen: So kostet eine Dachsanierung durchschnittlich 250.000 Euro, eine Außensanierung 350.000 Euro und eine Innensanierung 450.000 Euro.

Damit summiert sich der Finanzbedarf für den Betrieb und Erhalt einer Kirche auf durchschnittlich fast 55.000 Euro pro Jahr. Mehr als die Hälfte dieses Betrages muss außerdem jährlich für ein Pfarrheim aufgewendet werden. Allein die 1.250 Kirchen und Kapellen im Erzbistum Paderborn, viele davon denkmalgeschützt, beanspruchen für Instandhaltung und Renovierung jährlich mehr als 52 Millionen Euro.

Auch wenn das Erzbistum die Hauptlast für die Instandhaltung der Gebäude trägt, wird es für die Kirchengemeinden immer schwieriger, ihren Anteil dafür aufzubringen.

Deshalb stellt sich die Kirche im Erzbistum Paderborn die Frage nach der „Aufgabe“ von Gebäuden. Der doppelte Sinn der Frage ist durchaus beabsichtigt. Einerseits geht es um die Anpassung des Immobilienbestandes an einen kleiner gewordenen Raumbedarf und damit um eine Senkung der finanziellen Belastung. Sparen ist dabei aber kein Selbstzweck. Denn in erster Linie geht es um die weitsichtige Planung für die Nutzung der Gebäude, damit Kirche in einem geänderten gesellschaftlichen Umfeld auch künftig wirken kann. Die verfügbaren Finanzmittel sollen dort eingesetzt werden, wo die Kirche die Menschen erreicht. So kann es durchaus sinnvoll sein, bestehende Gebäude von Grund auf neu zu konzipieren oder sogar neue Gebäude zu bauen.

Durchschnittliche Betriebskosten pro JahrKirche*Pfarrheim
EuroEuro
Energie7.5004.500
Reinigung4.0004.000
Instandhaltung6.0003.000
SUMME17.50011.500

* Berechnungsgrundlage ist eine Kirche mit 270 Sitzplätzen.

GebäudeartKirchePfarrheim
Euro
Euro
Dachsarnierung 1250.000,00100.000,00
Außensarnierung 2350.000,00260.000,00
Innenrenovierung 3450.000,00200.000,00
SUMME1.050.000,00560.000,00

* Sanierungszyklen: 1 Kirche: 40 Jahre, Pfarrheim: 30 Jahre, 2 Kirche: 20 Jahre, Pfarrheim: 20 Jahre, 3 Kirche: 25 Jahre, Pfarrheim: 25 Jahre.

Eine Kirche der Annäherung

Sakrale Architektur folgt stets einem theologischen Programm und der Liturgie, der Feier des Gottesdienstes. Ihre Entwicklung verändert auch die bauliche Gestaltung von Kirchenräumen. Umbauten hat es deshalb seit jeher gegeben. So haben die lichten, hohen Räume der Gotik die massiven Kirchenbauten der frühromanischen Stilepoche verändert oder ersetzt. Und so hat in unserer Zeit der zentral angelegte Gottesdienstraum das lang gezogene Kirchenschiff vergangener Jahrhunderte, in dem der Priester mit dem Rücken zur Gemeinde am Hochaltar die Messe las, abgelöst.

Eine solche Anpassung findet auch in der neuen „Kirche der Annäherung“ des Erzbistums Paderborn in Hardehausen ihren Ausdruck. In der ehemaligen Klosteranlage bei Warburg haben zwei Bildungseinrichtungen des Erzbistums Paderborn ihren Sitz: die Landvolkshochschule „Anton Heinen“ und die Jugendbildungsstätte „Kardinal-Degenhardt-Haus“, die jedes Jahr rund 17.000 Jugendliche zu Gast hat. Die Neugestaltung der Kirche wurde in Angriff genommen, um vor allem Jugendlichen einen modernen und vielfältigen Zugang zum Glauben und zur Liturgie zu ermöglichen. „Wie muss heute eine Kirche aussehen, damit Jugendliche neugierig werden auf Gott?“, lautete die Ausgangsfrage. „Wir brauchen in der Kirche Erzählorte“, ist die Antwort von Stephan Schröder, dem Direktor der Jugendbildungsstätte. Der Diözesanjugendpfarrer im Erzbistum Paderborn weiß, dass immer weniger junge Menschen im Elternhaus mit Glauben und Kirche vertraut gemacht werden oder in Berührung kommen. Die neue Kirche ist deshalb eine „Kirche der Annäherung“, um sich vom Geheimnis Gottes berühren zu lassen.

Dem im Februar 2017 geweihten Neubau ging ein langer Konzeptions- und Planungsprozesses voraus. Aus einem Symposium mit Architekten und Theologen, Workshops mit Studierenden der Theologie sowie Projekttagen mit Schülerinnen und Schülern entwickelte sich das Modell für eine Kirche, die die Annäherung an die Begegnung mit Gott in der Liturgie baulich umsetzt.

Den Eingangsbereich bildet das „Paradies“. An der Wand hinter dem großen Taufbecken gestaltet eine Videoinstallation künstlerisch die Schöpfung mit der Erschaffung des Menschen. Von dort führt der Weg um den zentralen Gottesdienstraum herum zu weiteren „Erzählorten“: Der Gebetsturm, ein Raum der Stille, lädt zum Verweilen und zur Meditation ein. In der runden Sakramentskapelle steht der Tabernakel mit dem Allerheiligsten. Der Schöpfungsgarten im Außenbereich macht den Wechsel der Jahreszeiten in der Kirche erlebbar. Im zentralen Kirchenraum stehen Ambo, Altar und Tabernakel auf einer liturgischen Achse und werden damit zu weiteren Erzählorten. Die Kirche in Hardehausen ist ein moderner geistlicher Ort, der jungen Menschen neue Wege der Annäherung an den Glauben und zu Gott öffnet.

„Kirche der Annäherung“, Hardehausen

Eine Kapelle, echt schräg

Im Arnsberger Wald haben sich Jugendliche fast in Eigenregie ihr eigenes Gotteshaus geschaffen. In Rüthen steht das Zentrum des Diözesanverbands Paderborn der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. Im Januar 2007 fielen dort dem Sturm Kyrill viele Bäume zum Opfer. Die Pfadfinder machten das Beste aus dem eigentlich traurigen Ereignis. Sie pflanzten in der Nähe 6.000 Bäume als Ausgleichsfläche und bauten auf dem verwüsteten Grundstück eine Kapelle. Ihnen fehlte bislang ein Raum zur Feier von Gottesdiensten und für Versammlungen.

Nach zehnjähriger Planungs- und Bauzeit ist dort ein architektonisch einzigartiger Kapellenbau entstanden, der im Mai 2017 eingeweiht wurde. Das Ergebnis ist „echt schräg“: Bis auf die Eingangsfront gibt es nicht eine gerade Wand. Die Kapelle besteht aus drei Würfeln, die sich einander zuneigen und gegenseitig Halt geben. Sie bilden den Eingangsbereich, den acht Meter hohen Gottesdienstraum und einen Versammlungsraum – mit großartigem Ausblick auf den Himmel, die Bäume und damit auf Gottes Schöpfung. Die Pfadfinder haben sich hier einen spirituellen Ort geschaffen, der Stille und Bewegung verknüpft.

„In der Tat wird Glaube lebendig“, heißt es in der Ordnung der Pfadfinderschaft St. Georg. Die Kapelle in Rüthen ist dafür ein eindrucksvoller Beleg. Einen Großteil der Finanzierung hat zwar das Erzbistum Paderborn übernommen, aber es wurden auch viele Spenden bereitgestellt. Und es war Teil des Konzepts, möglichst viele Arbeiten in Eigenleistung zu erbringen. So haben viele Pfadfinderinnen und Pfadfinder an ihrer Kapelle mitgebaut und mit dieser „Muskelhypothek“ geholfen, die Baukosten im Rahmen zu halten.

Kapelle des Diözesanverbands Paderborn der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg in Rüthen

Den Glauben neu zur Wirkung bringen

In Dortmund steht seit Allerseelen 2010 die erste „Grabeskirche“ im Erzbistum Paderborn. Die Umwidmung des Hauptschiffs der dortigen Liebfrauenkirche in ein Kolumbarium macht es möglich, das denkmalgeschützte neugotische Bauwerk langfristig zu erhalten. Die Kirche war 1883 errichtet worden, um der wachsenden Zahl der Gläubigen in der aufstrebenden Industrieregion eine neue Gemeinde zu bieten. Mehr als ein Jahrhundert später nimmt die Entwicklung eine andere Richtung. Die damals getrennten Kirchengemeinden sind im Pastoralverbund Dortmund-Zentrum wieder vereint und haben ihr geistliches Zentrum in der benachbarten Propsteikirche. Beim Umbau der Liebfrauenkirche blieb der sakrale Charakter erhalten. Bronzequader, in denen die Urnen der Verstorbenen beigesetzt sind, legen sich nun um die Pfeiler des Hauptschiffs. In ihren Buchten können sich Trauernde beim Besuch der Gräber zu ihren Verstorbenen setzen. Auch als Stätte der Beisetzung bleibt die Kirche ein sichtbares Bekenntnis des christlichen Glaubens. Das Pastoralteam der Gemeinde bietet zusammen mit dem benachbarten Malteser-Hospizdienst St. Christophorus den Trauernden Begleitung, Hilfe und Austausch an.

Eine andere Form der neuen Nutzung kirchlicher Immobilien liefert ein Beispiel in Hamm. Dort wurde auf dem Grundriss der abgerissenen Klosterkirche Herz Jesu 2015 eine moderne, dreizügige Kindertagesstätte eingerichtet, die Grundformen der alten Kirche aufgreift und Teile der Ausstattung des Gotteshauses integriert und bewahrt. Das flache Gebäude umschließt auf drei Seiten ein Atrium, das dem Innenraum der ehemaligen Kirche entspricht. Bunte Flächen aus farbigen Holzleisten an der Fassade erinnern an Kirchenfenster. Neben dem Eingang steht die Marienstatue aus der alten Kirche, die Wände des Foyers schmücken Relieftafeln mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament.

Die offene Seite des Hofes schließt eine Apsiswand ab, aus der die steinernen Träger der Apostelleuchter hervorragen. Vor dem Halbrund steht der Altar der ehemaligen Herz-Jesu-Kirche. Damit ist inmitten der spielenden Kinder der Glaube stets präsent. Hier nimmt der Martinszug seinen besinnlichen Anfang, hier werden Erntedank und andere Feste begangen. Und im Sommer feiert hier die Kirchengemeinde jeden Dienstagabend ihren Gottesdienst. Auf dem Boden der Klosterkirche ist somit ein ganz neuer Ort entstanden, an dem der Glaube Platz hat.

Herz-Jesu-Kindertagesstätte, Hamm

Ein geistlicher Ort mitten in der Stadt

Orte des Glaubens gibt es auch in ungewöhnlichem Umfeld. Anfang 2016 öffnete die Citypastoral im Zentrum von Siegen unter dem Namen K3 ihre Tore. Getragen vom Erzbistum Paderborn und vom Dekanat Siegen, steht K3 für „Kontakt, Kultur, Kirche“. Im geschäftigen Treiben der Universitätsstadt verlässt die Kirche hier bewusst den liturgisch festgelegten Kirchenraum und die herkömmliche Gemeindestruktur, um spirituelle und seelsorgerische Angebote zu machen. In einem modernen Ladenlokal finden Menschen vertraulichen Austausch, Rat und Hilfe, Kulturangebote oder einfach Stille zur Besinnung.

„Das Haus steht offen für alle, die ein gutes Herz haben“, sagt Pastor Markus Püttmann. Gemeinsam mit der Gemeindereferentin Martina Schneider und neun ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut der Priester die Einrichtung. Beide haben das Konzept von K3 mitentwickelt. Es setzt vor allem auf Offenheit. Deshalb lautet die erste Frage an den Besucher auch nicht: „Was kann ich für Sie tun?“, sondern: „Was darf ich Ihnen anbieten?“ Viele Besucher sind als Passanten auf den Ort aufmerksam geworden. „Sichtbarkeit ist ein entscheidender Faktor, um mit den Menschen in Kontakt zu treten“, erklärt Püttmann.

Deshalb legt das K3 auf seine Erscheinung großen Wert. Große Porträtfotos in den Fenstern weisen auf grundlegende Lebensfragen hin: „zweifeln und glauben“, „sprechen und schweigen“, „trauern und trösten“. Und der hochwertig gestaltete Innenraum ist ebenso geschmackvoll wie außergewöhnlich. Er wurde sogar mit einem Designpreis ausgezeichnet. Neben bequemen Sitznischen gibt es einen stillen Rückzugsraum zum Beten und Meditieren, der zu einem Raum für Gottesdienste oder Veranstaltungen erweitert werden kann.

Die Menschen, die im ersten Jahr von K3 den Weg in diese „City-Kirche“ gefunden haben, geben der Sorgfalt recht, mit der dieser Ort des Glaubens eingerichtet wurde. Viele treten aus purer Neugier ein – und kommen immer wieder. „Ich habe hier junge Menschen reingehen sehen, die mit einem Lächeln wieder rauskamen“, sagt ein ständiger Besucher. „Da habe ich gedacht: Das muss ein guter Laden sein.“

Citypastoral K3 in Siegen