Erläuterungen zur Ergebnisrechnung

Die Ergebnisrechnung (Gewinn-und-Verlust-Rechnung) des Erzbistums Paderborn stellt Erträge und Aufwendungen des Wirtschaftsjahres einander gegenüber. Aus dem Jahresergebnis werden notwendige Rücklagen dotiert. Der verbleibende Betrag bildet das Bilanzergebnis.

Erträge

Im Jahr 2016 lagen die Kirchensteuererträge um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Hintergrund sind vor allem ein Rückgang bei der Kircheneinkommensteuer, der durch den Anstieg der Kirchenlohnsteuer nicht vollständig kompensiert wurde, sowie geringere Erträge aus dem Kirchensteuerclearing. Dennoch trägt die Kirchensteuer mehr als drei Viertel zu den Erträgen des Erzbistums bei. An die Finanzbehörden abgeführte Erhebungsgebühren in Höhe von 3 Prozent des Kirchensteueraufkommens werden als Sonstige Aufwendungen verbucht.

Neben der konjunkturellen Situation hat vor allem die Entwicklung der Zahl kirchensteuerpflichtiger Mitglieder Auswirkungen auf die Höhe der Kirchensteuererträge. 2016 ist die Zahl der Kirchenaustritte nochmals zurückgegangen. Weiterhin überwiegt aber die Zahl der Sterbefälle die Zahl der Taufen. Positiven Einfluss hatten im Jahr 2016 Wanderungsbewegungen, so dass letztlich die Mitgliederzahl gegenüber dem Vorjahr nur um 0,7 Prozent gesunken ist.

Die Zuweisungen und Zuschüsse stiegen gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent auf 57,3 Mio. Euro. Sie sind die zweitgrößte Ertragsquelle für das Erzbistum und betreffen überwiegend Zuschüsse für den Betrieb von Schulen, Weiterbildungsmittel für die katholische Erwachsenenund Familienbildung sowie sonstige Zuschüsse, zum Beispiel für die katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung.

Bei den Schulen trägt das Land 85 Prozent der anrechnungsfähigen laufenden Aufwendungen. Für die mietfreie Stellung der Gebäude und die Schulausstattung werden zusätzlich weitere 9 Prozent übernommen. Tatsächlich trägt das Erzbistum unter Berücksichtigung der laufenden Instandhaltungskosten insgesamt rund 12,5 Mio. Euro jährlich.

In den Zuweisungen und Zuschüssen sind Staatsdotationen und ähnliche Zuschüsse in Höhe von rund 4,6 Mio. Euro enthalten.

Die Position Sonstige Umsatzerlöse wurde aufgrund gesetzlicher Vorgaben des Bilanzrichtlinienumsetzungsgesetzes 2016 erstmals in die Ergebnisrechnung aufgenommen. Dazu gehören im Wesentlichen Mieterträge (5,9 Mio. Euro), Erträge aus Kursgebühren, Beherbergung und Verköstigung (7,1 Mio. Euro) und Erstattungen von Personalkosten (3,0 Mio. Euro). Die hier ausgewiesenen Erträge wurden in den Vorjahren unter den Sonstigen Erträgen erfasst. Die Vorjahreswerte der beiden Positionen wurden entsprechend angepasst.

Die Sonstigen Erträge beliefen sich im Jahr 2016 auf insgesamt 50,2 Mio. Euro. Dabei hat die Auflösung von Rückstellungen wie in den Vorjahren den größten Anteil. 2016 waren dies rund 21,4 Mio. Euro, insbesondere aus der Auflösung von Pensionsrückstellungen sowie der Rückstellung für die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“. Erträge aus hinfälligen Bewilligungen für Baumaßnahmen und Projekte sind deutlich von 14,5 Mio. Euro auf 7,0 Mio. Euro zurückgegangen.

Sonstige Erträge ergaben sich außerdem aus dem Zinsänderungseffekt bei der Kalkulation der Pensionsrückstellungen aufgrund der gesetzlichen Umstellung auf den 10-Jahres-Durchschnittszins. Dies führte zu einem einmaligen Ertrag von 6,0 Mio. Euro. Maßgeblich waren auch Erträge aus fälligen Wertpapieren (5,3 Mio. Euro), die unter dem Nominalwert erworben wurden. Aus Spenden und Kollekten wurden rund 1,2 Mio. Euro erlöst.

Aufwendungen

Zuweisungen und Zuschüsse an Kirchengemeinden, Kindertagesstätten, die Caritas und weitere Rechtsträger sind mit 47,2 Prozent der Aufwendungen die größte Aufwandsposition in der Ergebnisrechnung. So erhalten die Kirchengemeinden und Gemeindeverbände Schlüsselzuweisungen zur Deckung ihrer Aufwendungen. Darüber hinaus gibt das Erzbistum Investitionszuschüsse für Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen. Gleiches gilt für die rund 500 Kindertagesstätten. Mit den Zuschüssen an den Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e. V. stellt das Erzbistum Finanzmittel für die übernommenen caritativen Aufgaben zur Verfügung.

Im Jahr 2016 sind insbesondere die Zuweisungen an die Kirchengemeinden und Gemeindeverbände deutlich um 21,8 Prozent auf rund 123,5 Mio. Euro gestiegen. Die Aufwendungen für Mission und Weltkirche sanken gegenüber dem Vorjahr, da 2015 einmalige Unterstützungsleistungen unter anderem an das Partnerbistum Le Mans geflossen waren. Bei der kategorialen Seelsorge stiegen die Aufwendungen für die Erwachsenen- und Jugendseelsorge, gleichzeitig gingen aber die Aufwendungen für Ordensgemeinschaften zurück. Bei den sonstigen kirchlichen Einrichtungen sanken die Aufwendungen vor allem aufgrund der im Vorjahr hohen Aufwendungen für die Sanierung der Kaiserpfalz. Die Aufwendungen für sonstige Bereiche enthielten 2015 unter anderem die Beiträge für die Ausstattung der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“, die 2016 nicht anfielen. Zudem gehören zu dieser Position 2016 rund 2,1 Mio. Euro für die Flüchtlingshilfe.

Die zweitgrößte Aufwandsposition sind die Personalkosten. Löhne und Gehälter stiegen um 2,5 Prozent auf 112,8 Mio. Euro. Hinzu kommen 66,3 Mio. Euro für Sozialabgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung. Aufgrund der veränderten Kalkulation der Pensionsrückstellungen und des entsprechend niedrigeren Dotierungsaufwands liegt dieser Betrag um 5,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Damit gingen die Personalaufwendungen insgesamt um 0,6 Prozent zurück.

Zum Jahresende 2016 beschäftigte das Erzbistum Paderborn 2.824 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Rund ein Viertel davon sind Lehrerinnen und Lehrer, gut ein Drittel sind Priester, Diakone und sonstige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst.

Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen20162015

Tsd. EuroTsd. Euro
Kirchengemeinden und Gemeindeverbände
123.494,8101.367,5
Kindertagesstätten
30.219,332.098,8
Diözesan-Caritasverband
20.691,120.262,3
Mission, Weltkirche sowie Entwicklungs- und Katastrophenhilfe
4.349,68.578,7
Kategoriale Seelsorge
7.057,48.328,9
Sonstige kirchliche Einrichtungen
13.508,116.186,1
Nicht bistumseigene kirchliche Schulen
2.629,61.817,6
Sonstige Aufgabenbereiche
19.833,225.478,6
SUMME
221.783,2214.118,4

Ebenfalls ein gutes Drittel entfällt auf das Personal der verschiedenen Einrichtungen und der Verwaltung. Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich im Jahr 2016 auf rund 9,1 Mio. Euro.

Die Sonstigen Aufwendungen lagen 2016 mit 59,5 Mio. Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres. Größte Position sind mit 11,0 Mio. Euro die Hebegebühren der Finanzverwaltung für den Einzug der Kirchensteuer (3 Prozent der Kirchensteuererträge). Weitere Aufwandspositionen sind Instandhaltungsmaßnahmen mit 8,5 Mio. Euro sowie IT-Kosten, Mieten, Leasingraten und Gebühren, Versicherungsbeiträge, Kosten für Energie- und Wasserverbrauch, Reinigungskosten sowie eine Vielzahl weiterer Kostenpositionen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

31.12.2016
in den Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn756
     davon Lehrerinnen und Lehrer in einem beamtenähnlichen Dienstverhältnis583
     davon Lehrerinnen und Lehrer in einem Angestelltenverhältnis120
     davon Sonstige (z. B. Hausmeister, Schulsekretärinnen, Raumpflegerinnen etc.)53


im Bereich Laien des Erzbistums Paderborn
1.041


im Pastoralen Dienst des Erzbistums Paderborn
1.027
     davon Priester
601
     davon Diakone im Haupt- und mit Zivilberuf
126
     davon Pastoral- und Gemeindereferenten
300
GESAMT
2.824
Finanzergebnis

Das Finanzergebnis umfasst auf der Ertragsseite die Ergebnisabführung der Beteiligungen. Nur die Siedlungsgesellschaft „Am Bilderstöckchen“ GmbH schüttet ein Ergebnis aus.

Aus den vom Erzbistum selbst verwalteten Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere höchster Bonität und den extern verwalteten Immobilienfonds wurden Erträge von 50,8 Mio. Euro ausgeschüttet. Dies entspricht einer durchschnittlichen Buchwertrendite von 1,42 Prozent. Berücksichtigt man zusätzlich die nicht ausgeschütteten Erträge aus den extern verwalteten Teilen des Wertpapiervermögens, so ergibt sich eine Gesamtrendite von 3,08 Prozent.

Die in Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen ausgewiesene Gesamtrendite per Ende 2016 speist sich unter anderem aus lang laufenden Wertpapieren bester Bonität, die vor längerer Zeit gekauft worden sind und noch hohe Kupons beinhalten. Würde man den heutigen Rentendirektbestand komplett ankaufen, müsste man sich mit einer Endfälligkeitsrendite von 0,04 Prozent zufriedengeben. Die Endfälligkeitsrendite des gesamten Finanzanlagevermögens liegt bei 1,04 Prozent.

Das Finanzergebnis wird geschmälert durch die gesetzlich vorgesehene Aufzinsung von Rückstellungen und Darlehen in Höhe von 17,5 Mio. Euro.

Jahresüberschuss und Ergebnisverwendung

Aus dem operativen Ergebnis von 46,1 Mio. Euro und dem Finanzergebnis ergibt sich ein Jahresüberschuss von insgesamt 81,4 Mio. Euro. Daraus wurden zunächst die Rücklagen dotiert. Hierzu gehört insbesondere die Zuführung von per Saldo 97,8 Mio. Euro zu den Pensionsrücklagen. Sie dient zur Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen, da die für die Kalkulation der gesetzlichen Pensionsrückstellungen genutzten Zinssätze derzeit am Kapitalmarkt nicht zu erzielen sind. Wegen der aus der Zinsumstellung resultierenden niedrigen Dotierung der Pensionsrückstellung fiel die Dotierung der Pensionsrücklage entsprechend höher aus.

Außerdem wurden per Saldo 8,7 Mio. Euro in die Bau- und Sonderrücklagen eingestellt. Dies resultiert insbesondere aus der Ergebnisverwendung 2015.

In diesem Rahmen wurden 14,1 Mio. Euro den Rücklagen zugeführt, unter anderem 2,5 Mio. Euro für den Armutsfonds, wovon 2016 bereits 1 Mio. Euro wieder abgerufen wurde, sowie 2 Mio. Euro für den Flüchtlingsfonds, aus dem 1,3 Mio. Euro wieder abgerufen wurden. Außerdem wurden 2 Mio. Euro aus dem Kita-Sonderfonds entnommen. Unter Berücksichtigung des Ergebnisvortrags aus dem Jahr 2015 ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 12,1 Mio. Euro.

Der Kirchensteuerrat hat in seiner Sitzung im September 2017 über die Ergebnisverwendung beschlossen. Demnach wird der Bilanzgewinn in voller Höhe ausgeschüttet. 9,7 Mio. Euro gehen an die Kirchengemeinden, 2,0 Mio. Euro werden für die Dotierung des Armutsfonds der Caritas sowie 400.000 Euro für den Flüchtlingsfonds des Erzbistums verwendet.