Ausblick

Der Kirchensteuerrat hat die Entwicklung der Kirchensteuer für 2017 intensiv diskutiert. Basis der Überlegungen ist die Steuerschätzung des Bundes, die auf die Besonderheiten des Erzbistums anzupassen ist. 2017 rechnet das Erzbistum Paderborn aufgrund der weiterhin guten wirtschaftliche Lage und des hohen Beschäftigungsgrades mit einem Kirchensteueraufkommen von rund 398 Mio. Euro. Mittel- bis langfristig erwartet das Erzbistum allerdings deutlich niedrigere Kirchensteuereinnahmen.

Hinsichtlich der staatlichen Zuschüsse zur Refinanzierung der Schulen ist die Situation derzeit stabil. Angesichts der schwierigen Haushaltslage in Nordrhein-Westfalen sind Kürzungen aber nicht auszuschließen.

Die Kapitalerträge sind geprägt von der Entwicklung der Renten-, Aktien- und Immobilienmärkte. Angesichts niedriger Kapitalmarktzinsen rechnet das Erzbistum Paderborn mit deutlich geringeren Kapitalerträgen. Das niedrige Zinsniveau führt dazu, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Pensionsrückstellungen sowie die Pensionsrücklage nachdotiert werden müssen. Die Umstellung des gesetzlich vorgegebenen Rechnungszinses von einem 7-jährigen auf einen 10-jährigen Betrachtungszeitraum führte 2016 einmalig zu Zinserträgen und einer geringeren Rückstellungsdotierung. Für die kommenden Jahre ist ein erhöhter Dotierungsbedarf zu erwarten.

Die Personalkosten des Erzbistums entwickeln sich äänlich wie die im öffentlichen Dienst. Während die Aufwendungen für die Priester kontinuierlich abnehmen, wächst die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Erzbistum Paderborn und der angeschlossenen Einrichtungen. Auch aus den Zuschüssen an Dritte, zum Beispiel Kirchengemeinden und Caritas, werden überwiegend Personalkosten refinanziert. Daher wird die Personalkostenentwicklung auch zukünftig ein bestimmender Faktor für die Haushaltsplanung des Erzbistums sein. Für 2017 sieht der Haushaltsplan dafür 238,5 Mio. Euro vor.

Die katholischen Kindertageseinrichtungen rechnen in den kommenden Jahren mit weiter ansteigenden Betreuungskosten. Damit werden sich auch die kirchensteuerfinanzierten Trägeranteile an den Betriebskosten erhöhen. Auch die Finanzierung der notwendigen Investitionen wird zu einer Mehrbelastung führen. Mittelfristig ist mit einer neuen gesetzlichen Regelung zur Kita-Finanzierung zu rechnen. Sollten sich dadurch die teilweise bestehenden strukturellen Defizite vertiefen, würde dies zu einer weiteren Haushaltsbelastung für das Erzbistum Paderborn führen.

Kirche der Jugendbildungsstätte und der Landvolkshochschule in Hardehausen: Schöpfungsgarten

2017 erwartet das Erzbistum Paderborn ein leicht negatives Jahresergebnis. Da weitere Zuführungen zu den Pensionsrücklagen zu erwarten sind, rechnet das Erzbistum zudem mit einem negativen Bilanzergebnis, das aus Rücklagen auszugleichen ist.

In den kommenden Jahren wird das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn weiter umgesetzt. Dies wird sich auch auf die Finanzplanung auswirken und Ressourcen binden. Mit den erwarteten Umsetzungsschritten wird das Erzbistum sich auf die Herausforderungen der Zukunft einstellen und seine Aufgaben langfristig erfüllen.