Einführung

Einführung Verlässlichkeit und Flexibilität

569 Mio. Euro Erträge, 487 Mio. Euro Aufwendungen und eine Bilanzsumme von rund 4,3 Milliarden Euro. Das sind finanzielle Eckdaten, die eingeordnet werden müssen, um zu verstehen, wie das Erzbistum Paderborn heute arbeitet und für die Zukunft plant. Mit den laufenden Erträgen finanziert das Erzbistum die Aufgaben von Kirche im Alltag. Das betrifft zum Beispiel die Seelsorge und die vielfältigen Aktivitäten in den Kirchengemeinden, die Bildungsangebote und die umfassenden caritativen Angebote und Initiativen. Daneben muss das Erzbistum seine langfristigen und umfangreichen Verpflichtungen verlässlich erfüllen. Dazu dienen die Rücklagen und Rückstellungen in der Bilanz. Sie sichern unter anderem die Altersversorgung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den Erhalt der kirchlichen Gebäude, in denen Menschen zusammenkommen und Gemeinschaft leben. Der Finanzbericht 2016 beschreibt ausführlich, welche Aufgaben Kirche übernimmt, wie sich Erträge und Aufwendungen zusammensetzen und wie das Erzbistum seine langfristigen Verpflichtungen erfüllt.

Im Jahr 2016 hat das Erzbistum Paderborn seinen stabilen Kurs aus den Vorjahren fortgesetzt. Trotz leicht gesunkener Kirchensteuererträge konnten in vielen Bereichen neue Akzente gesetzt werden. Für die Kirchengemeinden wurde mehr Geld bereitgestellt. In Schulen und Jugendeinrichtungen wurde investiert. Das zeigt: Das Erzbistum ist handlungsfähig und engagiert sich gezielt für den Glauben.

Worüber informiert der Finanzbericht?

Wie in den vergangenen Jahren stellen wir im ersten Teil exemplarisch vor, wie kirchliche Arbeit praktisch funktioniert. Diesmal geht es um „Räume für den Glauben“. Die kirchlichen Gebäude im Erzbistum sind keine Renditeobjekte, sondern vor allem Orte zur Feier des Glaubens und der Begegnung. Die ausgewählten Beispiele zeigen, wie sich die Kirchengemeinden auf veränderte Bedürfnisse einstellen, „Glaubens-Räume“ anpassen und Kirche lebendig halten.

Im Jahresabschluss stellen wir mit der Bilanz das Vermögen des Erzbistums und seine Verwendung dar. Die Ergebnisrechnung gibt Auskunft über den Einsatz der verfügbaren Erträge, insbesondere der Kirchensteuern. Die wesentlichen Positionen werden detailliert erläutert. Eine zusätzliche Darstellung zeigt, wie die Aufwendungen auf die verschiedenen Aufgabenbereiche verteilt werden.

Welchen Vorgaben folgt die Finanzpolitik des Erzbistums?

Die Finanzpolitik hat sicherzustellen, dass die seelsorgerischen, caritativen und sonstigen Aufgaben der Kirche im Erzbistum Paderborn wirksam und verlässlich erfüllt werden können. So müssen beispielsweise ausreichende Mittel für die Kirchengemeinden bereitgestellt werden, damit dort ein aktives Gemeindeleben gestaltet werden kann und die dafür erforderlichen Gebäude und Einrichtungen vorhanden sind. Dabei muss die Finanzpolitik auf die kurzfristige Handlungsfähigkeit schauen und gleichzeitig sicherstellen, dass kirchliche Arbeit mit der nötigen Kontinuität und Verlässlichkeit erfolgen kann. Schließlich muss die langfristige Erfüllbarkeit der Verpflichtungen gesichert werden. Dafür sorgen Rückstellungen und Rücklagen, beispielsweise für die Altersversorgung oder die Gebäudeerhaltung.

Wirtschaftliche und finanzielle Entscheidungen müssen also so getroffen werden, dass die genannten Aufgaben erfüllt werden können. Die kirchlichen Ziele sind somit die Handlungsvorgabe für die Finanzpolitik.

Warum so viele Gebäude?

Kirche will nah bei den Menschen sein. Das bedeutet eine hohe Präsenz in Stadt und Land, die über Jahrhunderte gewachsen ist. Die damit verbundenen Gebäude sind nicht nur Versammlungsorte oder Bildungszentren, sondern vielfach Orte von Identität und Kultur. Das bedeutet für das Erzbistum eine hohe Verantwortung – oftmals auch im Hinblick auf den Denkmalschutz. So wie sich unsere Gesellschaft verändert, sind auch die Kirche und ihr Wirken laufenden Änderungen unterworfen. Das erfordert weitsichtige Entscheidungen in Bezug auf die Zahl und die Nutzung von Gebäuden. Der Finanzbericht zeigt Beispiele dafür, wie dies umgesetzt werden kann.

Muss das Erzbistum Gewinne erzielen?

Nein, denn Überschüsse sind nicht das Ziel kirchlicher Wirtschaftsplanung. Dennoch muss sichergestellt werden, dass das Erzbistum seine Aufgaben und Verpflichtungen auch langfristig erfüllen kann. Deshalb sind wir froh, wenn – wie in den vergangenen Jahren – die konjunkturelle Entwicklung die Möglichkeit bietet, sowohl die Arbeit in den Kirchengemeinden zu stärken als auch die Vorsorge zu sichern.

Werden alle Aufgaben auch zukünftig finanzierbar bleiben?

Ziele der Finanzpolitik sind Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit. Welche Aufgaben jedoch in welchem Umfang und mit welcher Priorität zu erfüllen sind, wird vor allem unter seelsorgerischen und caritativen Aspekten entschieden. Natürlich beeinflusst die Ertragsentwicklung den Gesamtumfang der Handlungsmöglichkeiten. Diese ist vom Erzbistum nur an wenigen Stellen beeinflussbar. Insbesondere die Kirchensteuererträge hängen von der konjunkturellen Entwicklung ab.

Ist die Kirchensteuer noch zeitgemäß?

Ja. Ohne die Beiträge der Kirchensteuerzahler bliebe der Glaube zwar der Gleiche – aber die Vielfalt der aus diesem Glauben getragenen Aufgaben und des Engagements wäre deutlich kleiner. Alle Erträge, die das Erzbistum erzielt, werden für die Aufgaben der Kirche eingesetzt. Das wissen die Kirchensteuerzahler. Und sie tun viel Gutes damit!

Brauchen die Kirchengemeinden mehr Geld?

Auch jede einzelne Kirchengemeinde steht Jahr für Jahr vor der Aufgabe, einen Wirtschaftsplan zu erstellen. Steigende Personalkosten und hohe Bewirtschaftungs- und Instandhaltungskosten der Gebäude sind die größten Aufwandsposten, die zu bewältigen sind. Das Erzbistum setzt weit mehr als die Hälfte der Kirchensteuererträge für die territoriale Seelsorge ein. Überschüsse werden zumeist und zum größten Teil an die Kirchengemeinden weitergegeben. Insofern sind die Kirchengemeinden in der Regel ausreichend finanziert. Insbesondere bei großen Bau- und Instandhaltungsprojekten engagiert sich das Erzbistum aber auch über die laufenden Zuweisungen hinaus und übernimmt den Großteil der Investitionen.